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01.10.2015,

Einführung in die "Pilgerlitanei für das Unterwegssein nicht nur auf Elisabethpfaden" von Peter Kopmeier

Unter dem Titel: „... sind wir unterwegs zu DIR!“ – Eine Litanei (in drei Versionen) vom und für das pilgernde Gottesvolk, führt Peter Kopmeier hier die Interessierten musikalisch und inhaltlich ein in das singende Pilgern oder pilgernde Singen.


Beim Aufbruch in Eisenach singt die Pilgergruppe die Pilgerlitanei. Foto: Bernhard Dietrich

Noten des Kehrverses und der Litanei.

0 Einführung zum spirituellen Hintergrund und zur Singpraxis:

Einführung: als PDF-Datei runterladen und lesen

Als einzeln Pilgernde oder in (ökumenischer) Gemeinschaft können wir mit denvon mir im Weiteren vorgelegten Strophen der Pilger-Litanei betend und singend:

  1. unsern eigenen Pilger- u. Lebensweg, unser „Auf-dem-Weg-Sein“ betrachten, das zum „großen Geheimnis“ unseres Lebens (GOTT genannt) hinführen will,
  2. zugleich „die Welt ins Gebet nehmen“ - bittend, lobend, klagend u. dankend ...
  3. Kirche auf allen Kontinenten mitsamt ihrer konfessionellen Vielfalt (entspre-chend dem Zweiten Vatikan. Konzil) als das „pilgernde Volk GOTTES“ verstehen;im Bedenken christlicher „Verwurzelung“ im Judentum (als dem „Ersterwählten Gottesvolk“) und verbunden mit allen an den EINEN GOTT Glaubenden sowie mit vielen GOTT-Suchenden, - unterwegs auch „mit allen Menschen guten Willens“...

Deshalb die immer wiederkehrende (ggf. auch ohne Textblatt mitzusprechende / zu- singende zweite Vershälfte („sind wir unterwegs zu DIR !“) sowie die gleichbleibende Schlusszeile aller Strophen: „Mit dem ganzen pilgernden Gottesvolk sind wir ...“ ! Drei verschiedene Versionen A, B u. C der Unterwegs-Litanei (Näheres folgt unten !) sollen unterschiedliche inhaltliche Akzente setzen. Sie können vielleicht auch dazu anregen und einladen, selber eigene konkrete Erfahrungen und weitere aktuelle Anliegen auf dem Weg ins Wort zu bringen.

Dabei wäre sprachlich zu achten auf entsprechenden rhythmischen Wechsel betonter und (2) unbetonter Wort-Silben. Und sorgfältig zu suchen nach geeigneten Ausdrücken, u. U. mit gleichem Anlaut („STAB-Reim“) ... Das kann dazu motivieren, Bitten u. Dankesworte mehrmals und mehrfach bedenkend zu meditieren, bis gelungene Formulierungen dafür gefunden.

Inspiriert worden bin ich zu einer solchen „Unterwegs-Litanei“ durch mein Leben in und mit der Intern. Katholischen Friedensbewegung PAX CHRISTI und vielfältige inter-konfessionelle sowie interreligiöse Erlebnisse, auch auf Pilgerwegen; erstmals angeregt wurde ich inhaltlich durch ein Lied lateinamerikan. Basisgemeinden (vgl. Näheres bei HORST GOLDSTEIN: Tage zwischen Tod u. Auferstehung, Patmos-Verl., 1984, bes. S. 46).

Übrigens: „Litanei-artig“ gilt bisweilen als einförmig und langweilig. Die Litanei-Form kann aber erwiesenermaßen zugleich zu innerer Ruhe und zur Mobilisierung neuer Motivation und physischer Kräfte führen; Gesang mit regelmäßigem Rhythmus reguliert das Schritt-Tempo und gibt auch so dem Weiterwandern wirklich wichtige „Impulse“.

Mögliche Sing-Praxis und ggf.  Erweiterungsmöglichkeit durch einen ergänzenden Kehrvers  (KV): Weil „Singen doppeltes Beten“ bedeutet, habe ich für die Litanei-Verse zwei einfache, sich auf- bzw. abwärts bewegende Tonfolgen erdacht (dem Psalmen-Singen nachempfunden), die sich ständig abwechseln ...  Wo die ansonsten gleichblei-bend gesungenen Töne sich an- oder absteigend verändern, ist dies durch Unterstrei-chung der jeweiligen Text-Silbe markiert. (Abwechselndes Singen V / A empfiehlt sich.)

Zu dieser schlichten Melodie lässt sich (wie bei ostkirchlichen Litanei-Gesängen üblich) leicht auch Mehrstimmigkeit improvisieren. – Und wenn jede weitere Strophe durch eine(n) Vorsänger(in) ggf. jeweils eine halbe oder ganze Tonstufe höher angestimmt wird, ergibt das einen besonderen Effekt... (muss aber nicht sein !). – Ergänzend eingefügt werden k a n n  - ähnl. wie bei „Psalm-Antiphonen“  - nach jeder Litanei-Strophe ein bekannter LIEDRUF von Ludger EDELKÖTTER. (Der zugehörige Text von Norbert WEIDINGER ist hier leicht abgeändert): Siehe 2. Bild oben!

1. Zur PILGER-LITANEI - Fassung A  (mit 12 sechszeiligen Strophen)

Meine Litanei-Grundfassung A  (vgl. auch S. 43 ff im Marburger  „Pilgerbüchlein zum Elisabethpfad“) entstand im Kontext ökumenischen Pilgerns im Jahre 2000 (radelnd an der Weser) sowie (per pedes) auf dem  Elisabethpfad 1 von Frankfurt/M. nach Marburg im Herbst 2007:
In diesem 800. Geburtsjahr St. Elisabeths meditierten wir auf dem Weg Lebensstationen dieser Thüringer u. Marburger Heiligen samt ihrer Werke barmherziger Liebe (wie sie sich in Motiven des „Elisabeth-Fensters“ widerspiegeln). Entsprechend will die Litanei-Version A  neben allgemeinen Grunderfahrungen vom Unterwegssein  (Strophen 1 – 2,  sowie 5 u. 10 – 12) besonders auch Notleidende unserer Tage  ins Gebet nehmen – zusammen mit Menschen, die ihnen - wie Elisabeth – beistehen (vgl. bes. die Strophen 4, 6 sowie 7 u. 8); zu persönlichen Anliegen kommen bewusst auch gesellschaftlich-politische Perspektiven (vgl. z.B. in Str. 3, 4 sowie 6 u. 9).

LINK:  Fassung  A

2. Zur PILGERLITANEI - Fassung B  (mit 12 sechszeiligen Strophen)

Diese zweite Version der Litanei vom Unterwegssein entstand im Herbst 2010 beim Pilgern auf dem Elisabethpfad 2 - von der Eisenacher Wartburg nach Marburg. 

An sieben Pilgerwandertagen meditierten wir die sieben „Ich-bin-Worte“, mit denen das Johannes-Evangelium den österlichen Christus charakterisiert. Zum Auftakt hörten wir vorab die Anfangsworte der Bibel (1 Mose / Gen. 1,1 ff) u. des Johannes- Evangeliums (Joh 1,1 ff), am Schlusstag noch ein „Ich-bin-Wort“ aus der Johannes-Offenbarung.
Mit jeweils ein bis zwei Litanei-Strophen wurden und sind hier all diese biblischen Tages-Impulse aufgenommen: Im Lichte der Christus-Verheißung können wir so unseren eigenen (bisherigen und künftigen) Lebens-Weg deuten -  und dabei auch der And´ren gedenken, in denen ER uns begegnen kann.
Wir werden dazu angeregt durch folgende biblische Bilder:
vom Brot und vom Weinstock, - Weg, Wahrheit, Leben  und Licht,  von Schafhirt und Stall-Tür, die Schutz bedeuten, und letztendlich vom strahlenden Morgenstern ...
(Es empfiehlt sich, vor dem Singen oder Beten der einzelnen Litanei-Abschnitte dieser Fassung B  das entsprechende biblische „Ich-bin-Wort“ jeweils vorab zu benennen.)

Von dieser österlich-gestimmten Version haben sich einige Strophen nicht nur beim Pilgerwandern bewährt. Auch in der Osternacht-Feier und bei Beerdigungen/Trauer-Gottesdiensten fanden sie schon Verwendung. Dann kann z.B. konkret der Name von Verstorbenen zu Beginn der letzten Strophe eingesetzt und gesungen oder gebetet werden: „Und mit Herrn Fritz Meise, in DIR schon vollendet, sind wir unterwegs zu DIR !“
bzw. „Mit Katharin Gödecke, um die wir trauern, sind wir unterwegs ...“ 
bzw. „Mit all´ unsern Toten, an die wir denken, sind wir unterwegs zu Dir!“

LINK:  Fassung  B

3. Zur PILGERLITANEI – Fassung C   (mit 7 achtzeiligen Strophen u. einer gesonderten

„VATER - UNSER“ - Strophe)

Zur Vor- u. Nachbereitung eines Pilgerweges „von Stern zu Stern“ (d.h. vom Kölner Dom mit seinem „Drei-Königs-Stern“ auf dem Vierungsturm hin zur Marburger Elisabeth-kirche mit einem Stern auf deren Nordturm) schrieb ich 2011 eine dritte Litanei-Version, Fassung C :

Die ersten vier Strophen (um mehr gedankliche Zusammenhänge zu bündeln, diesmal acht- statt sechszeilig !) spiegeln das Unterwegssein auf dem Elisabethpfad 3 wider; dieser ist zugleich ausgezeichnete Strecke eines alten Ost-West-Jakobusweg-Netzes.

 

  • Der Gedanke vom pilgernden Gottesvolk wird hierbei bewusst ganz breit entfaltet:  Wir gedenken dabei auch der Vielen, die früher auf diesen Pfaden, oder auch heute zu „heiligen Orten“ verschiedener Glaubensgemeinschaften gehen (vgl. Str. 2 u. 4).
  • Benannt werden zudem biblische Vorbilder (aus AT u. NT), welche Weg-Weiser sein können für uns Heutige (in den Strophen 3 u. 4). Bedacht wird dabei auch die viel-besungene Begegnung zwischen der schwang´ren Maria und ihrer „Base Elisabeth“,

auf die unterwegs der alte Wallfahrtsort Maria-Linden ebenso hinweisen kann wie das regelmäßige abendliche „Magnificat“-Gebet (Luk 1, 46 – 52). Und vom morgendlichen „Benedictus“ (Luk 2, 68- 79) klingt in der vorletzten Zeile der 6. Litanei-Strophe das Schluss-Motiv an („... und lenke unsere Schritte auf den Weg des Friedens“) .

Die noch hinzu gefügten Strophen 5, 6 und 7 bedenken Konkretes, was wir erlebt und erfahren haben beim „Kurzzeit-Pilgern“ im folgenden Herbst 2012: Diesmal drei Tage in Richtung Ost-West von Frielendorf/Spieskappel (Bonhoeffer-Haus/alte Abtei), über Trutzhain – Treysa (mit Behinderten-Heimen in Hephata); Speckswinkel – Kirchhain; Kleinseelheim u. Schröck (gegen einen dortigen ehem. Pastor endete während unserer Pilgertage ein Prozess wg. Missbrauchs) ... auf Marburgs Elisabeth-Kirche zu.

Falls die Litanei an anderen Pilger-Orten (d.h. außerhalb der Elisabethpfade) gebetet bzw. gesungen werden soll, lassen sich leicht einzelne Zeilen der 4. Strophe neu formulieren (zum Beispiel für Münster, Fulda oder Wittenberg/Eisenach/Eisleben):

 

  • „Mit Blick auf St. Liudgers Lebenszeugnis sind wir unterwegs ...“
  • „Wie Bonifatius, Bote des Glaubens, sind wir unterwegs zu DIR !“
  • „Wie Luther, dem gnädigen GOTT vertrauend,  sind wir ...“

Die letzte Strophe (etwas länger gefasst als alle anderen) ist ein Versuch, das „VATER-UNSER“  mit seinen sieben Bitten und dem abschließenden Lobpreis (frei übertragen) als Verse unserer Pilger-Litanei singbar zu formulieren. Diese Strophe kann natürlich auch in Kombination mit Strophen aus den beiden anderen Fassungen A und B gesungen werden sowie als gesondertes (liturgisches) VATER-UNSER.

LINK: Fassung C

4. Nutzungshinweis:

Vor einer evtl. publizistischen Nutzung (!) dieser Litanei-Versionen ist Rücksprache mit mir als Urheber der Texte und Litanei-Melodie erforderlich. Wenn immer diese Litanei beim Gebet (und als Anregung dazu) Verwendung findet, freue ich mich, und stelle sie dafür gern bedingungslos zur Verfügung: 

Peter Kopmeier  (Pax-Christi-Gruppe Lüdinghs.)
Eichendorffring 22
D - 59348  LÜDINGHAUSEN (tel.: 02591-3388) p.kopmeier@web.de